Sie wissen, dass Sie von zu Hause aus arbeiten wollen. Ihre Familie weiß es. Der Einzige, der es noch nicht weiß: Ihr Chef. Bevor Sie jetzt Hals über Kopf Ihr Anliegen vorbringen – oder noch schlimmer: es weiterhin verschweigen – sollten Sie sich eine geeignete Taktik überlegen. Wir stellen Ihnen hier fünf verschiedene Möglichkeiten vor, wie Sie Ihren Chef vom Home Office überzeugen können. Die Auswahl überlassen wir Ihnen – aber bedenken Sie: Nicht alle sind risikofrei.

Taktik 1 – Der Lackmustest

Chemiker wissen: Ein kleiner Test schadet nie. Das gilt auch für die Arbeit aus dem Home Office. Erwähnen Sie Ihrem Chef gegenüber, dass Sie nächste Woche einen Termin mit einem Handwerker vereinbart haben, auf den Sie warten müssen. Bieten Sie Ihrem Chef an, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen, indem Sie Ihren Laptop mit nach Hause nehmen oder von Ihrem Heimcomputer aus arbeiten.

Sie waren erfolgreich? Dann vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Vorgesetzten und fragen Sie direkt, ob in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit besteht, von zu Hause aus zu arbeiten. Bereiten Sie sich für diesen Termin auf die folgenden Fragen vor:

  • Warum? – Die Antwort auf diese Frage sollte gut und einfach sein. Bedenken Sie: Die erste Sorge Ihres Chefs ist, dass Sie Ihre Arbeit gewissenhaft erledigen. Nennen Sie daher einen ehrlichen, aber vertrauenerweckenden Grund – z.B., dass Sie nicht mehr so viel Zeit fürs Pendeln aufwenden möchten.
  • Wie? – Überlegen Sie sich Lösungen dafür, wie Sie mit Ihrem Vorgesetzten und Ihren Kollegen in Kontakt bleiben und wie Sie Ihre Arbeit abliefern. Vergessen Sie auch nicht auf einen Plan für einen eventuellen Abschied vom Home Office.

Vermutlich werden Sie nicht beim ersten Mal mit Ihrem Anliegen erfolgreich sein, sondern von Ihrem Vorgesetzten vertröstet werden. Der Entscheidungsprozess kann mehrere Monate dauern. Seien Sie darüber nicht enttäuscht, sondern nutzen Sie die Zeit, um sich im Unternehmen zu beweisen. Arbeiten Sie hart, zeigen Sie Ihre Zuverlässigkeit und bleiben Sie am Thema Home Office dran – konsequent, aber freundlich. So haben Sie gute Chancen, bald tatsächlich von zu Hause aus zu arbeiten.

Taktik 2 – Entweder/Oder

Der Ansatz für Risikofreudige: Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Vorgesetzten und erzählen Sie ihm, dass Sie ein Jobangebot eines anderen Unternehmens bekommen haben. Sie möchte gerne weiterhin für Ihren aktuellen Arbeitgeber tätig sein, finden allerdings das Angebot, vom Home Office aus zu arbeiten, sehr attraktiv. Fragen Sie direkt, ob Ihnen Ihr Unternehmen die gleichen Chancen bieten kann. Schließlich möchten Sie gerne bleiben, wo Sie sind.

Achtung: Dass Sie tatsächlich bleiben, wo Sie sind, ist bei dieser Taktik alles andere als gesichert! Die Entscheidung wird schnell fallen, kann aber auch bedeuten, dass Sie Ihren Hut nehmen müssen.

Taktik 3 – Die Lüge

Zugegeben: Auch Taktik 2 basiert auf einer Lüge. Aber hier gehen Sie einen Schritt weiter: Erfinden Sie eine persönliche Lüge. Allerdings bitte keine kranke Mutter – wählen Sie eine Lüge, die einen Tick moralischer ist, zum Beispiel ein Jobangebot für Ihren Partner in einer weit entfernten Stadt. Dann erläutern Sie Ihr Dilemma Ihrem Chef – und strecken vorsichtig die Fühler danach aus, ob die Möglichkeit bestünde, Ihren alten Job auch aus der Ferne zu erledigen.

Achtung: Diese Taktik ist sehr risikoreich und verlangt danach, dass Sie Ihrer Geschichte treu bleiben. Besser und moralischer sind die Taktiken 1, 4 oder 5.

Taktik 4 – Die Wahrheit

Unterschätzen Sie die Macht der Wahrheit nicht. Sie besitzt einen Charme, der viele Führungskräfte beeindruckt. Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Vorgesetzen und fragen Sie ihn, ob Sie von zu Hause aus arbeiten können. Nennen Sie die ehrlichen Gründe und versichern Sie ihm, dass Sie Ihre Arbeit weiterhin erledigen werden und dass Sie gefasst darauf sind, ins Büro zurückzukehren oder sogar entlassen zu werden, wenn sich Ihre Arbeit nicht den Erwartungen des Unternehmens entspricht. Danach bleibt nur noch eines: Auf die Antwort warten.

Taktik 5 – Jeder fängt klein an

Folgen Sie Taktik 1, aber setzen Sie sich zum Ziel, nur einen Tag in der Woche von zu Hause aus zu arbeiten. Zeigen Sie vollen Einsatz bei der Arbeit und bitten Sie nach den ersten drei Monaten um einen zweiten Tag in der Woche. So können Sie sich langsam steigern.

Wichtig! Für welche Möglichkeit Sie sich auch entscheiden: Haben Sie immer einen Notfallplan in petto. Ein Wechsel Ihres Vorgesetzten kann bedeuten, dass Ihre Home-Office-Vereinbarung aufgekündigt wird und Sie wieder wie gewohnt im Büro arbeiten müssen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Anliegen.

Welche Taktik hat für Sie geklappt? Und welche nicht? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen in den Kommentaren mit.