Krankenstände von Mitarbeitern und Management wirken sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens aus. Werden Mitarbeiter krank, müssen Aufgaben an Kollegen übertragen werden, diese Mehrbelastung erhöht die Demotivation und die Fehlerquote. Deshalb sollte es für jeden Betrieb interessant sein, was die Gründe für Fehlzeiten sind und wie diese vermieden werden können.

Die Zahl der in Deutschland krank gemeldeten Menschen hat nach Angaben der Krankenkasse DAK Gesundheit im ersten Halbjahr 2016 ein neues Rekordhoch erreicht. In diesem Zeitraum betrug der Krankenstand demnach 4,4 Prozent. Er lag damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im ersten Halbjahr 2015. Nach offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes war zuletzt Mitte der Neunzigerjahre ein so großer Anteil der Arbeitnehmer krank geschrieben. Mehr als jeder dritte Berufstätige wurde laut Analyse mindestens einmal krank geschrieben. Im Schnitt dauerte eine Erkrankung 12,3 Tage, im Vorjahreszeitraum 11,7 Tage.

Das Etablieren eines Fehlzeitenmanagements innerhalb eines Gesundheitsmanagements ist essentiell, um nicht nur den Krankenstand zu kontrollieren, sondern auch eine Reduzierung der Fehlzeiten zu erreichen.

7 Strategien, wie Sie die Fehlzeiten Ihrer Mitarbeiter reduzieren.

1. Führen Sie eine Fehlzeitenanalyse durch.

Um Präventivmaßnahmen ergreifen zu können, muss man als Führungskraft hinterfragen, was die Ursachen sind und ob diese im Bereich des Unternehmens liegen. Zuerst sollten die häufigsten Krankheitsbilder im Unternehmen eruiert werden und abgefragt werden, was die Einflussfaktoren dafür sein könnten.

  • Welche Krankheiten treten immer wieder im Team bzw. im Unternehmen auf?
  • Welche Rückschlüsse können Sie hierbei auf den Arbeitsplatz ziehen?
  • Gibt es Auslöser und Einflussfaktoren, die diese Krankheit bedingen und hervorrufen können?
  • Wie können diese Auslöser minimiert werden?

Sollte Ihr Unternehmen über keinen Betriebsarzt verfügen, der zu den Krankheitsbildern und seinen Ursachen zu Rate gezogen werden kann, sollten Sie sich Unterstützung bei den Krankenkassen holen, die Tipps und Informationen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement bieten.

2. Wählen Sie Ihr Personal gezielter aus.

Viele Krankheiten sind psychosomatisch bedingt durch beispielsweise Frust, Demotivation, Über- oder Unterforderung oder schlechtes Betriebsklima. Aber auch hier hat man als Unternehmer die Möglichkeit bereits bei der Personalauswahl aktiv einzugreifen. Das betrifft sowohl die Einstellung von neuen Mitarbeitern als auch die Auswahl von Mitarbeitern für beispielsweise ein Projektteam. Folgende Überlegungen können Sie hierbei unterstützen:

  • Passt der Bewerber mit seinen sozialen Kompetenzen und Werten ins Unternehmen?
  • Welcher Mitarbeiter ist für welche Aufgabe am besten geeignet?
  • Welcher Mitarbeiter ist in seinem Arbeitsbereich über- bzw. unterfordert?
  • Wer hat Karriereziele und will entsprechend gefördert werden?
  • Welche Person ist im Team nicht wirklich integriert?

Das Ziel hierbei ist ein zufriedener Mitarbeiter, der weniger krank wird.

Laut aktuellem Fehlzeitenreport 2016 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WldO) gibt es einen Zusammenhang zwischen Mitarbeitergesundheit und Unternehmenskultur. Jeder 4. Mitarbeiter, der seine Unternehmenskultur als schlecht bewertet, ist auch mit der eigenen Gesundheit unzufrieden.

3. Schaffen Sie, wo möglich, flexible Arbeitszeiten.

Starre Arbeitszeiten verhindern, dass Mitarbeiter auf ihren Biorhythmus und somit auf ihre persönliche Leistungskurve achten können. Private und berufliche Bedürfnisse können nicht optimal in Einklang gebracht werden und die Work-Life-Balance des Mitarbeiters wird dadurch eingeschränkt. Zeitliche Freiräume und die Mitgestaltung dieser Zeit steigert die Motivation und Zufriedenheit und reduziert Stress – ein wichtiger Schritt für die Reduzierung der Krankenstände.

4. Treffen Sie Verbesserungen am Arbeitsplatz.

Um den Arbeitsplatz optimal gestalten zu können, sollten eine Reihe von Aspekten mit einbezogen werden:

  • Die Ergonomie am Arbeitsplatz
  • Lichtverhältnisse
  • Lärmbelastung
  • Raumklima
  • Belastung durch Gerüche oder Gase, die beispielsweise durch Drucker oder andere Geräte hervorgerufen werden
  • Arbeitsnähe zum Kollegen
  • Persönliche Gestaltungsmöglichkeit des Arbeitsplatzes
  • Flexible Zeiterfassungssysteme
  • Rückzugsmöglichkeit

Sie sollten in regelmäßigen Abständen die Schwächen in den einzelnen Bereichen überprüfen. Achten Sie auch auf Klagen und Beschwerden Ihrer Mitarbeiter.

5. Führen Sie Mitarbeitergespräche.

Innerhalb des Fehlzeitenmanagements sollten zwei Gespräche geführt werden:

1. Mit Mitarbeitern, die häufig nur wenige Tage krank sind. Hier geht es um die Eruierung, ob eventuell innerbetriebliche Probleme die Ursache für die Ausfälle sind.

2. Rückkehrgespräche bei längeren Fehlzeiten, um dem Mitarbeiter die Eingliederung an seinen Arbeitsplatz zu erleichtern.

Beide Gespräche dienen in erster Linie der Ursachenfindung der Fehlzeiten und welche Maßnahmen ergriffen werden können. Diese sollten daher mit Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen geführt werden und nicht unter Androhung von Sanktionen und Generalverdächtigungen.

6. Stärken Sie das Wir-Gefühl bei Ihren Mitarbeitern.

Als Vorgesetztes sollte man versuchen, das Bewusstsein der Mitarbeiter für das Fehlzeitenproblem im Unternehmen zu erhöhen. Es geht hierbei nicht um die Erklärung der wirtschaftlichen Auswirkungen für das Unternehmen und der Mitarbeiter als gewinnbringende Arbeitskraft, als vielmehr um einen Appell, eine Sensibilisierung an das Wir-Gefühl des Teams:

  • Fehlzeiten belasten stets das ganze Team
  • Fehlzeiten bedeuten ein Mehr für den Kollegen
  • Projekte und deren Planung kann blockiert werden

7. Verstärken Sie die Unfallverhütung im Unternehmen

Krankenstände kommen auch leider oft durch das Missachten von Sicherheitsvorkehrungen oder der Nicht-Wahrnehmung von potentiellen Unfallquellen. Viele Unternehmen setzen daher auf eine verstärkte Unfallverhütung und haben dabei eine hohe Erfolgsquote erreicht.

Folgende Fragen könnten hierbei für Ihr Unternehmen hilfreich sein:

  • Gibt es einen Sicherheitsbeauftragten?
  • Gibt es Standards bei der Arbeitssicherheit? Werden diese kontrolliert und eingehalten?
  • Sind die Mitarbeiter über die Kriterien und Standards zur Sicherheit informiert?
  • Tragen Ihre Mitarbeiter in Gefahrenzonen Schutzkleidung und wird diese regelmäßig auf Funktionstüchtigkeit überprüft?

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