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Mindestlohngesetz

Definition: Was ist das Mindestlohngesetz?

Das Mindestlohngesetz bestimmt ein Minimalentgelt, welches nicht unterschritten werden darf. Das Ziel dieser gesetzlichen Bestimmungen ist es, Arbeitnehmer vor Ausbeutung und einem zu niedrig angelegten Lohn zu schützen. Die Höhe dieses Mindestlohns wird vom Staat oder von Gewerkschaften bestimmt. Der Mindestlohn bezieht sich entweder auf einen Stundenlohn oder einen Monatslohn bei Vollbeschäftigung.

Wie wird der gesetzliche Mindestlohn in Österreich geregelt?

In Österreich gibt es per se kein Mindestlohngesetz. Das hat den Grund, dass 99 % der Arbeitnehmer von einem im Kollektivvertrag geregelten Mindestlohn profitieren. Dieser variiert je nach Branche, fällt jedoch meist höher aus als ein Mindestlohn, welcher in ganz Österreich anwendbar ist.

Die Einführung eines Mindestlohns ist dennoch ab Ende 2020 geplant. Dieser soll sicherstellen, dass die Kollektivverträge ein Monatsgehalt von 1.500 € nicht unterschreiten. Da pro Jahr 14 Löhne vorgesehen sind, beläuft sich der geplante Mindestlohn eigentlich auf 1.750 € pro Monat.

Was besagt das deutsche Mindestlohngesetz?

In Deutschland existiert das Mindestlohngesetz (MiLoG) seit dem Jahr 2015. Der flächendeckende Mindestlohn wurde auf 8,50 € pro Stunde festgelegt. Alle zwei Jahre kann dieser abgeändert werden und so wurde der Mindestlohn im Jahr 2017 auf 8,84 € pro Stunde erhöht. Jedoch sind einige Personengruppen vom Mindestlohngesetz ausgeschlossen. Dazu zählen Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Auszubildende, Pflichtpraktikanten und freiwillige Praktikanten.

Welche Bestimmungen zum Mindestlohn gibt es in der Schweiz?

Auch in der Schweiz gilt kein flächendeckendes Mindestlohngesetz. Anträge dafür wurden gestellt, bis dato jedoch abgelehnt. Ein regional gültiger Mindestlohn wurde jedoch von einzelnen Kantonen eingeführt. In Neuenburg und Jura liegt dieser beispielsweise bei 20 Franken pro Stunde.

In Gesamtarbeitsverträgen existieren zusätzlich branchenabhängige Mindestlöhne. Diese liegen zwischen 3.200 und 3.900 Franken pro Monat. Gesamtarbeitsverträge sind aber nicht für jede Branche verpflichtend, was den Abdeckungsgrad niedrig hält. Folglich wird der Mindestlohn der Branche vielfach nicht gewährt wird, weil er nicht gewährt werden muss.


Quellen: