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Kurzarbeit

Definition: Was versteht man unter Kurzarbeit?

Unter dem Begriff Kurzarbeit versteht man eine vorübergehende Verringerung der Arbeitszeiten eines Arbeitsnehmers. Dies ist meist mit einer Minderung des Entgelts verbunden. Der Grund für Kurzarbeit liegt in einem Arbeitsausfall oder der Unfähigkeit des Arbeitgebers die Arbeitnehmer entsprechend zu vergüten. Die Kurzarbeit ist somit ein Instrument, um Kündigungen zu vermeiden und wirtschaftliche Störungen zu überbrücken.

Wie ist die Kurzarbeit in Österreich geregelt?

Damit der Arbeitgeber in Österreich Kurzarbeit einführen darf, muss dieser Wunsch sechs Wochen vor Beginn der Kurzarbeit beim österreichischen AMS gemeldet werden. Der schlussendliche Antrag muss drei Wochen vor Beginn beim AMS eingelangen. Damit Kurzarbeit genehmigt wird, müssen Voraussetzungen, wie eine wirtschaftliche Störung oder ein anderes größeres Problem erfüllt sein. Der Arbeitgeber muss sich mit dem AMS, dem Betriebsrat und der zuständigen Gewerkschaft beraten und eine Kurzarbeitsvereinbarung abschließen.

Die Dauer der Kurzarbeit beschränkt sich in der Regel auf sechs Monate. Besteht das Problem weiterhin muss eine Verlängerung der Kurzarbeit beantragt werden. Insgesamt darf Kurzarbeit jedoch nur 24 Monate dauern.

Grundsätzlich vermindert sich das Gehalt bei Kurzarbeit maximal auf den aliquoten Anteil des vereinbarten Entgelts. Zudem muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Unterstützung in der Form von Kurzarbeitergeld bieten, welches mindestens so hoch sein muss, wie das bei einer Kündigung zustehende Arbeitslosengeld.

Der Arbeitnehmer kann während der Kurzarbeit nicht betriebsbedingt gekündigt werden. Liegt dies im Interesse des Arbeitgebers, so muss der Betriebsrat als auch der AMS Beirat zustimmen. Personenbedingt kann immer gekündigt werden. Arbeitnehmer selbst können zu jeder Zeit eine Kündigung einreichen.

Welchen Regelungen unterliegt die Kurzarbeit in Deutschland?

Auch in Deutschland müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, um Kurzarbeit beantragen zu können. Dazu zählen u.a. wirtschaftliche Gründe oder außerordentliche Witterungsverhältnisse. Der Arbeitgeber alleine kann jedoch keine Kurzarbeit anordnen. Falls ein Betriebsrat existiert, muss dieser zustimmen, bevor ein Antrag an die Agentur für Arbeit in Deutschland gestellt werden kann. Existiert kein Betriebsrat muss eine Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Kurzarbeit abgeschlossen werden.

Kurzarbeit ist in Deutschland auf zwölf Monate begrenzt. In außerordentlichen Fällen kann eine Verlängerung auf 24 Monate beantragt werden. Eine Dauer von zwei Jahren darf nicht überschritten werden.

Das Gehalt der Arbeitnehmer vermindert sich um den gleichen prozentualen Anteil, wie die Arbeitszeit. Somit spricht man von einem aliquoten Anteil des Entgelts. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den betroffenen Mitarbeitern Kurzarbeitergeld zu gewähren. Dieses wird in der Regel von der Bundesagentur zurückerstattet, insofern der Arbeitgeber einen ordnungsgemäßen Antrag stellt.

Ein Kurzarbeiter kann nur dann aus betriebsbedingten Gründen gekündigt werden, wenn der Arbeitsausfall sich unerwartet fortsetzt und der Arbeitgeber eine weiterführende Beschäftigung nicht gewährleisten kann. Als Alternative kann eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses stattfinden, in welcher der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den bisherigen Job verspricht, insofern sich die Lage bessert. Personenbedingt kann immer gekündigt werden.

Welche Regelungen zur Kurzarbeit sieht die Schweiz vor?

Der Arbeitgeber muss Kurzarbeit mindestens zehn Tage zuvor beim jeweiligen Kanton schriftlich beantragen. Dieser prüft ob Kurzarbeit zulässig ist. Das ist sie nämlich nur, wenn sie dazu dient, Arbeitsplätze in problemhaften Zeiten zu erhalten. Zusätzlich muss der Arbeitgeber eine Zustimmung der Arbeitnehmer einholen. Hier haben die Mitarbeiter das Recht, Kurzarbeit zu verweigern. Weder Arbeitszeiten noch Gehalt dürfen dann gekürzt werden.

Kurzarbeit darf maximal zwei Jahre lang andauern. Eine Verlängerung ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Der Lohn der Kurzarbeiter wird aliquot zum gewöhnlichen Gehalt gemessen. Zusätzlich profitiert der Arbeitnehmer von einer Kurzarbeitsentschädigung. Diese bemisst sich am vorübergehenden Lohn und beträgt 80 % des wegfallenden Lohns.

Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer dürfen das Arbeitsverhältnis auch während der Kurzarbeit kündigen. Dabei müssen die gewöhnlichen Kündigungsfristen eingehalten werden. Während der Kündigungszeit muss der Arbeitgeber dem Mitarbeiter den vollen Lohn bezahlen, ob eine volle Beschäftigung möglich ist oder nicht.


Quellen: