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Gleitzeit

Definition: Was versteht man unter Gleitzeit?

Der Begriff Gleitzeit, auch gleitende Arbeitszeit, beschreibt ein Arbeitszeitmodell, welches es Arbeitnehmern ermöglicht, den Beginn und das Ende der täglichen Arbeitszeit selbst zu bestimmen. Oft wird dieser Gleitzeitrahmen um Kernarbeitszeiten ergänzt. Das hat zum Zweck, dass alle Mitarbeiter zu bestimmten Tageszeiten verfügbar sind. Das Arbeitszeitmodell der Gleitzeit geht oft mit einer elektronischen Zeiterfassung einher.



Welche Arten von Gleitzeit gibt es?

Man unterscheidet die einfache und die qualifizierte Gleitzeit. Bei der einfachen Gleitzeit kann Beginn und Ende des Arbeitstages zwar selbst entschieden werden, jedoch muss der vereinbarte Stundenausmaß pro Tag erreicht werden. Bei der qualifizierten Gleitzeit kann, im Gegensatz zur einfachen Gleitzeit, ebenso die Länge des Arbeitstages variieren. Hierbei gibt es ein Arbeitszeitkonto, welches Plus- und Minusstunden vermerkt, die bis Ende der Gleitzeitperiode ausgeglichen werden können.

Was sind die Vor- und Nachteile von Gleitzeit?

Vorteile für den Arbeitnehmer:
  • Vereinbarung von Arbeit und Privatleben
  • Größere Eigenverantwortung
  • Flexibilität bei Freizeit- und Urlaubsgestaltung
  • Pendeln wird einfacher und effizienter

Nachteile für den Arbeitnehmer:
  • Interne Zusammenarbeit wird erschwert
Vorteile für den Arbeitgeber:
  • Größere Motivation der Mitarbeiter
  • In Kernzeiten sind Mitarbeiter anwesend

Nachteile für den Arbeitgeber:
  • Anhäufung von Minusstunden könnte übersehen werden

Welche Regelungen bzgl. Gleitzeit gibt es in Österreich?

In Österreich muss Gleitzeitarbeit durch den Betriebsrat oder schriftlich zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart werden. Aspekte wie die Dauer der Gleitzeitperiode, der Gleitzeitrahmen, Höchstgrenzen von Zeitguthaben und -schulden und die Dauer und Lage der fiktiven Normalarbeitszeit müssen in dieser Vereinbarung enthalten sein.

Bei Gleitzeit werden Plus- und Minusstunden auf ein Arbeitszeitkonto gebucht. Dies ergibt einen positiven oder negativen Zeitsaldo. Zeitguthaben und -schulden können in derselben Period ausgeglichen werden oder in die nächste Gleitzeitperiode übertragen werden.

Wird die Kündigung eines Arbeitnehmers geltend und dieser hat noch Zeitguthaben auf seinem Arbeitszeitkonto, wird dieses mit einem Zuschlag von 50 % abgegolten. Dies gilt jedoch nur, wenn der Arbeitnehmer nicht vorzeitig und unberechtigt austritt und wenn im Kollektivvertrag nichts anderes vereinbart wurde.

Wie regelt Deutschland das Gleitzeitmodell?

In Deutschland gibt es keine Gleitzeitregelung im Arbeitszeitgesetz. Demnach wird das Gleitzeitmodell zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer individuell vereinbart, sofern es noch keine Betriebsvereinbarung zur Gleitzeit gibt. Ähnlich wie in Österreich müssen bestimmte Inhalte abgedeckt werden: der Gleitzeitrahmen, die Kernarbeitszeiten, die Begrenzungen der Arbeitszeit und der Umgang mit Überstunden. Die Unterschriften von beiden Seiten sind erforderlich.

Bezüglich der Zeitsalden, gibt es in Deutschland ähnliche Regelungen wie in Österreich. Zeitguthaben und Zeitschulden können in der gleichen Periode durch Ab- und Anwesenheiten ausgeglichen oder in die nächste Gleitzeitperiode übertragen werden. Ebenso können Überstunden vergütet werden, wobei Einzelheiten jedoch aus der Vereinbarung hervorgehen.

Was mit Plus- und Minusstunden im Falle einer Kündigung passiert muss im Arbeitsvertrag vereinbart sein. Grundsätzlich können Minusstunden nur verrechnet werden, wenn der Arbeitnehmer an der Entstehung dieser Schuld trägt. Gab es ein zu geringes Auftragsvolumen, um den Mitarbeiter gemäß des Arbeitsvertrages zu beschäftigen, fallen keine Minusstunden an, denn der Arbeitgeber trägt hierbei die Schuld.

Welche Regelungen sieht die Schweiz bzgl. Gleitzeit vor?

Auch in der Schweiz ist die Gleitzeit nicht gesetzlich geregelt. Deshalb muss die Möglichkeit zur Gleitzeit mit dem Arbeitgeber besprochen werden. Stimmt dieser zu, müssen folgende Eckpunkte vereinbart werden: die Rahmenarbeitszeiten, die Begrenzung der positiven und negativen Zeitsalden, die Festlegung von Kernarbeitszeiten bzw. Blockzeiten.

Arbeitet man in der Schweiz zu viel oder zu wenig, werden die Plus- und Minusstunden primär durch mehr oder weniger Freizeit ausgeglichen. Diese Plusstunden werden auch Gleitzeitstunden genannt. Der Begriff Überstunden bedeutet in der Schweiz, dass Mehrarbeit vom Arbeitgeber dezidiert gefordert wurden. Diese müssen monetär entschädigt werden.

Im Falle einer Kündigung obliegt es dem Arbeitnehmer seinen Gleitzeitüberhang bis zum Ende der Kündigungsfrist abzubauen, den diese werden nicht entschädigt. Kann der Arbeitnehmer aufgrund der Betriebssituation nicht von der plötzlichen Freizeit profitieren und sein Zeitguthaben bleibt bestehen, ist dies Verschulden des Arbeitgebers. In diesem Fall müssen Plusstunden entschädigt werden.

Wie kann ein flexibles Arbeitszeitmodell wie Gleitzeit übersichtlich verwaltet werden?

Eine Zeiterfassungssoftware hilft Arbeitgeber und Arbeitnehmer dabei, das Gleitzeitmodell zu managen. Dabei wird der Gleitzeitrahmen und Kernarbeitszeiten, falls vorhanden, im System hinterlegt. Zeitbuchungen werden vermerkt und auf Basis dieser kann ein Zeitguthaben oder eine Zeitschuld im Arbeitszeitkonto ausgewiesen werden. Somit haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Überblick über Plus- und Minusstunden und es kann sichergestellt werden, dass der Arbeitnehmer der geschuldeten Arbeitsleistung nachkommt. Im Falle eines Gleitzeitüberhangs verfügt der Arbeitnehmer über die nötigen Beweismittel um den Anspruch auf Zeitausgleich geltend zu machen.



Quellen:

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