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Arbeitszeitmodelle

Definition: Was sind Arbeitszeitmodelle?

Arbeitsmodelle legen die täglichen, wöchentlichen oder jährlichen Arbeitszeiten eines Arbeitnehmers fest. Sie dienen der Arbeitszeitgestaltung und werden als Vorlage für die konkrete Regelung der Arbeitszeiten für Mitarbeiter gesehen. Diese reichen von Teilzeitarbeit bis Schichtarbeit und Telearbeit. Die zu leistenden Arbeitsstunden werden im Arbeitsvertrag vereinbart.



Welchen Nutzen haben Arbeitszeitmodelle?

Arbeitszeitmodelle dienen dazu, die konkreten Arbeitszeiten von Arbeitnehmer zu fixieren. Dies ermöglicht dem Arbeitgeber eine vereinfachte Planung, da der Arbeitnehmer grundsätzlich verpflichtet ist, an den vereinbarten Arbeitszeiten zur Verfügung zu stehen. Dadurch, dass das Arbeitszeitmodell im Arbeitsvertrag verankert wird, profitiert der Arbeitgeber von einer bestimmten Sicherheit, da Verletzungen des Arbeitszeitmodells seitens des Arbeitnehmers bewiesen werden können. Auch der Arbeitnehmer kann auf Verstöße des Arbeitszeitmodells seitens des Arbeitgebers reagieren. Durch eine betriebliche Zeiterfassung, auch Arbeitszeiterfassung genannt, werden die tatsächliche Arbeitszeit und der Stundenausmaß der vereinbarten Arbeitsmodelle abgeglichen.

Übersicht: Welche verschiedenen Arbeitszeitmodelle gibt es?

Zu den geläufigsten Arbeitszeitmodellen gehören:

  • Vollzeitarbeit: Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt zwischen 38 und 40 Stunden, auf fünf Arbeitstage aufgeteilt.
  • Teilzeitarbeit: Die wöchentliche Arbeitszeit wird reduziert und entweder auf fünf oder weniger Arbeitstage aufgeteilt.
  • Schichtarbeit: Arbeitszeiten werden in Schichten eingeteilt. Je nach Lage der Arbeitszeit im Tagesablauf werden sie als Tages-, Nacht-, Früh- oder Spätschicht bezeichnet.
  • Gleitzeitarbeit: Bei einer Gleitzeitregelung können Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten selbst verwalten. In manchen Fällen wird diese Freiheit mithilfe von Kernarbeitszeiten eingeschränkt.
  • Telearbeit: Hierbei arbeiten Arbeitnehmer nur teilweise oder nie in der Betriebsstätte, sondern von verschiedensten Standorten aus. Arbeitet man von zu Hause, gilt eine Spezialform der Telearbeit, nämlich das Home Office, zu nennen.
  • Rufbereitschaft: Dieses Arbeitszeitmodell hilft dem Arbeitgeber eine schwankende Auftragslage zu managen, denn der Arbeitnehmer wird je nach Bedarf eingesetzt und vergütet. Eine wöchentliche oder tägliche Mindestarbeitszeit wird jedoch meist vereinbart.
  • Vertrauensarbeitszeit: Hierbei wird die Arbeitsleistung ohne Kontrolle der Arbeitszeit erbracht. Arbeitnehmer können ihre Arbeitszeiten demnach nach eigenem Ermessen einteilen.
  • Minijob: Ein Minijob bezeichnet eine geringfügige Beschäftigung, wobei das Bruttoentgelt im Monat 450 € nicht überschreiten darf.

Welche Arbeitszeitmodelle gibt es zur Flexibilisierung der Arbeitszeit?

  • Home Office: Der Spezialfall der Telearbeit bietet dem Arbeitnehmer reichlich Flexibilität. Vor allem bei Familien ist dieses Arbeitszeitmodell beliebt.
  • Teilzeit: Dieses Modell bedeutet nicht mehr, am Nachmittag frei zu haben. Vielmehr kann über Stunden und Arbeitstage selbst entschieden werden.
  • Sabbatical: Arbeitnehmer können sich Urlaub ansparen oder teilweise auf Gehalt verzichten, um sich eine längere Auszeit zu gönnen.
  • Job Sharing: Hierbei werden zwei Mitarbeiter für eine Vollzeitstelle eingesetzt. Diese können sich die Arbeitszeiten untereinander ausmachen.

Welche Bedeutung haben Arbeitszeitmodelle für die Arbeitszeiterfassung?

Da Arbeitszeitmodelle definieren, an welchen Tagen wie lange gearbeitet werden muss, bilden sie die Basis für die Arbeitszeiterfassung. Aufgabe dieser ist es nämlich nicht nur die tatsächlichen Arbeitszeiten zu erfassen, sondern diese auch mit den Plandaten, sprich mit den vorab vereinbarten Arbeitszeiten des Arbeitszeitmodells zu vergleichen. Nur so können Fehl- oder Überstunden identifiziert werden. Wird eine Zeiterfassungssoftware genutzt, ist es einfacher, die verschiedenen Arbeitszeitmodelle der Mitarbeiter zu verwalten. Im Fall von flexiblen Arbeitszeitmodellen, wie z.B. das Home Office, empfehlen sich webbasierte Zeiterfassungssysteme. Durch die Zeit- und Ortsunabhängigkeit des Systems wird die Arbeitszeitaufzeichnung auch von zu Hause aus ermöglicht.



Quellen: