Bei dem kranken Kind zu Hause bleiben, ohne Urlaubstage in Anspruch zu nehmen. Arzttermine wahrnehmen, ohne zu spät ins Büro zu kommen. Bei schönem Wetter die Arbeit draußen im Garten erledigen. Nicht nur Teilzeitkräfte können diese Vorteile nutzen. Das neue Arbeitszeitmodell heißt „Vertrauensarbeitszeit“.

Bei dem Modell der Vertrauensarbeitszeit ist der Mitarbeiter selbst für die Einhaltung seiner Arbeitszeit verantwortlich. Der Arbeitgeber gibt seinen Mitarbeitern lediglich das Arbeitsvolumen vor. Um zu späteren Zeitpunkten Überstunden abzubauen, kann der Mitarbeiter „vorarbeiten“. Dem Mitarbeiter wird bei diesem Modell viel Vertrauen von seinem Arbeitgeber entgegengebracht. Am häufigsten wird dieses Modell in Unternehmen eingeführt, in denen die Mitarbeiter häufig Außentermine haben (beratende Berufe).

Vorteile für die Mitarbeiter

Das Modell der der Vertrauensarbeitszeit hat sowohl für die Mitarbeiter als auch für das Unternehmen zahlreiche Vorteile. Der Mitarbeiter kann sich seine Arbeitszeit und Freizeit frei einteilen. Dadurch, dass der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern vertraut und ihre Arbeitszeiten nicht kontrolliert, herrscht eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit. Dies führt zu höherer Produktivität. Für den Arbeitgeber besteht jedoch das Risiko, dass die Mitarbeiter das Vertrauen missbrauchen und die Arbeitszeiterfassung durch die Mitarbeiter ihren Sinn und Zweck nicht erfüllen.

Je nach den Bedürfnissen des Betriebs gibt es entweder eine Zeitvorgabe für die Mitarbeiter, in der sie anwesend sein müssen, oder ein Zeiterfassungssystem (zum Beispiel TimeTac), in dem auf Zeitvorgaben verzichtet wird. Die Mitarbeiter fühlen sich aufgrund des entgegenbrachten Vertrauens motivierter und können Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren. Besonders für Erziehende ist dieses Arbeitszeitmodell eine gute Variante, um sich die Zeit frei einzuteilen und flexibler zu sein.

Grenzen der Arbeitszeitgestaltung

Die Einteilung der Arbeitszeiten kann der Arbeitgeber den Mitarbeitern unter Berücksichtung des Arbeitszeitgesetzes überlassen. Der Mitarbeiter hat zwar einen flexiblen Gestaltungsspielraum, muss jedoch auch Grenzen einhalten:

  • Zulässige Höchstarbeitszeit pro Werktag: 10 Stunden (zzgl. Pausen)
  • Bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit pro Tag: 30 Minuten Ruhepause
  • Bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit pro Tag: 45 Minuten Ruhepause
  • Ruhezeit von 11 Stunden zwischen den Arbeitszeiten

Diese Arbeitszeitregelungen gelten jedoch nicht für leitende Angestellte.

Wie integriert man Vertrauensarbeitszeitmodelle ins Unternehmen?

Vertrauensarbeitszeit bietet sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ein hohes Maß an Flexibilität bezüglich der Arbeitszeit. Jeder Arbeitnehmer entscheidet individuell und eigenverantwortlich über die Arbeitszeit, während der Arbeitnehmer auf jegliche Kontrolle über die Einhaltung der Arbeitszeiten verzichtet.

Da man bei der Vertrauensarbeitszeit die Arbeitszeiten individuell einteilen kann, gibt es keine festen Arbeitszeiten. Es sollte jedoch im Voraus definiert werden, ab wann Überstunden beginnen. Um die geleisteten Überstunden korrekt abgelten zu können, sollte man diese aufzeichnen, zum Beispiel mit der webbasierten Zeiterfassung TimeTac.

Häufig arbeitet man bei einem Vertrauensarbeitszeitmodell mehr als bei festen Arbeitszeiten. Daher sollte der Arbeitgeber Überlastungssituationen vorbeugen. Der Arbeitgeber kann seine Arbeitnehmer dazu verpflichten, dass sie, sobald sie die Aufgaben nicht in der vorgegebenen Zeit erledigen können, ihren Vorgesetzten darüber informieren. Sobald der Arbeitgeber merkt, dass sein Vertrauen missbraucht wird, kann er sich dazu entschließen, einzelne Mitarbeiter von der Teilnahme an dem Vertrauensarbeitszeitmodell auszuschließen, indem er von Beginn an Vorkehrungen für solche Fälle trifft.

Vertrauensarbeitszeit mit Zeiterfassung

Mithilfe eines Zeiterfassungssystems im Modell der Vertrauensarbeit kann man schnell und übersichtlich die Plus- und Minusstunden eines Arbeitnehmers sehen. Der Mitarbeiter loggt sich im Vertrauen (im Büro oder auch zu Hause) selbst ein und aus. Der Arbeitgeber vertraut auf die wahrheitsgemäße Zeiterfassung des Arbeitnehmers. Auch wenn bei dem Thema Zeiterfassung aus Arbeitnehmersicht oft an Kontrolle gedacht wird, ist dies eine praktische und einfache Lösung für Mitarbeiter, um Überstunden nachzuweisen, und für Arbeitgeber, um eine Übersicht der Arbeitszeiten zu erhalten.

Fazit

Zum größten Teil liegt das Interesse bei den Mitarbeitern, Vertrauensarbeitszeit einzuführen. Das Vertrauensarbeitszeitmodell bietet den Mitarbeitern einen großen Gestaltungsspielraum in Bezug auf Lage und Dauer der Arbeitszeit. Der Arbeitgeber muss darauf achten, dass die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Der Betriebsrat wird bei Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften einem Vertrauensarbeitszeitmodell mit ziemlicher Sicherheit zustimmen.