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Ist Multitasking besser als sein Ruf?

Von Gabriele Kaier, 30.09.2016, Lesezeit ca. 5 min.

Aufgrund steigender Informationsanforderungen und Arbeitsverdichtung müssen Beschäftigte immer mehr “Multitasking” betreiben. Mehrere Tätigkeiten parallel auszuführen gilt als unrealisierbar und ineffektiv. Multitasking genießt aber zu unrecht einen schlechten Ruf.

Ist Multitasking überhaupt möglich?

Multitasking bedeutet, mehrere Aufgaben gleichzeitig oder zeitlich überlappend zu bewältigen, simultan oder in raschem zeitlichem Wechsel.

Jüngere Studien belegen, dass das Gehirn das Potential hat, mehrere Aufgaben parallel erledigen zu können. Die experimentelle Forschung zeigt, dass das bei einfachen, durch Training automatisierbaren Aufgaben, die auf unterschiedliche kognitive Ressourcen zurückgreifen, möglich ist.

Psychologie-Professor Andreas Zimber kritisiert, dass bisherige Untersuchungen zum Multitasking vorrangig die Grenzen der Fähigkeit zur Informationsverarbeitung getestet haben. Das hätte jedoch wenig mit dem Arbeitsalltag zu tun und sei deswegen wenig praxisnah. Bei reinen Denkleistungstests, die häufig bei diesen Studien angewendet wurden, stimmt es dass Multitasking langsamer und fehleranfälliger macht. Aber im Arbeitsleben muss man sich selten Wörter und gleichzeitig Zahlen merken. Zimber schlägt daher eine andere Definition für Multitasking im Arbeitsalltag vor: Wer an einem Arbeitstag mehrere Aufgaben in begrenzter Zeit erledigt, der “multitaskt”.

Multitasking lohnt sich und ist erlernbar

Der Ökonom Vangelis Souitaris veröffentlichte 2011 eine Befragung von 200 CEOs und Führungskräften britischer Technologiefirmen. Er teilte die Befragten in Multitasker und in jene, die lieber alles schön der Reihe nach bearbeiten. Die Unternehmen, in denen besonders viele Multitasker arbeiteten, waren deutlich erfolgreicher und machten mehr Umsatz. Auch wenn man nicht genau beweisen konnte, dass das nur an der Arbeitsweise der Manager lag, ist Souitaris jedoch überzeugt: „Wer bereit ist, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, bleibt offen für neue Informationen und kann mithilfe dieser Informationen bessere Entscheidungen treffen“.

Die Spezies der “Supertasker”

Der Psychologe David Strayer hat in einem Experiment sogar herausgefunden, dass es Menschen gibt, er nennt sie die sog. Supertasker, deren Gehirne effizienter arbeiten als bei anderen und somit weniger Energie für die gleiche Aufgabe aufbringen müssen. In seinem Versuch war die Testperson,  die sich als Supertasker herausstellte, sogar effizienter, wenn sie multitask arbeitete. Allerdings trifft laut Strayer diese spezielle Fähigkeit bei nur rund zwei Prozent der Bevölkerung zu.

Multitasking macht kreativ

Die Psychologin Shelley Carson glaubt nach Ihrer unveröffentlichten Studie, dass Multitasking sogar kreativ macht. Ihre Erklärung: Das Gehirn verarbeitet bei einem Wechsel zu einem anderen Projekt kurzzeitig Informationen aus beiden Aufgaben. So kann es neue Assoziationen entstehen lassen.

4 Tipps zum Umgang mit Multitasking und Unterbrechungen

1. Planen Sie ein Zeitfenster, beispielsweise 3 Stunden, in dem Sie Unterbrechungen zulassen. In dieser Zeit kann man die Türe offen lassen, mit Kollegen sprechen und ans Telefon gehen. Die Unterbrechungen aber kurz und zielorientiert halten, danach wieder zur eigentlichen Arbeitsaufgabe zurückkehren. Mit der Zeit entsteht ein Trainingseffekt und Ihr Gehirn schafft den Wechsel zwischen Hauptaufgabe und Unterbrechung immer besser.

2. Mischen Sie unterschiedliche Aufgaben, wenn Sie viele Aufgaben gleichzeitig zu erledigen haben. Es ist beispielsweise nicht ratsam nach einem längerem Meeting, ein Mitarbeitergespräch anzusetzen.

3. Sorgen Sie zwischendurch immer wieder für Ruhe, beispielsweise Emails und Handy nicht beantworten.

4. Hängen Sie eine sogenannte „Besucherampel“ an die Tür: Rot steht für “nicht stören”, Gelb für “nur bei Notfall stören”, bei Grün sind Sie „erreichbar“.

Natürlich kommt es auch auf den individuellen Typ an, ob man für Multitasking geeignet ist und wie gut man sich organisieren kann. Manche beflügelt diese Arbeitsweise regelrecht, andere wiederum sind überfordert und fühlen sich gestresst. Im Arbeitsleben und auch Alltag wird man aber nicht umhin kommen, Tätigkeiten parallel zu bearbeiten. Wichtig dabei ist, wie gut man sich organisieren und seine Zeit koordinieren kann.

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