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Arbeitszeitgesetz Schweiz: Was ist neu und was bleibt gleich?

von Gabriele Kaier, 10.04.2026

Die Arbeitszeiterfassung in der Schweiz ist für viele Unternehmen Pflicht – doch was genau verlangt das Arbeitsgesetz? In diesem Blogpost erfahren Sie, welche Regelungen gelten, wie Sie diese korrekt umsetzen und welche Tools für KMU sinnvoll sind. Wenn Sie Arbeitszeiten rechtssicher dokumentieren möchten, sollten Sie sowohl die gesetzlichen Vorgaben als auch die Anforderungen an moderne Zeiterfassungssysteme kennen.

Key Takeaways

  • Arbeitszeiterfassung ist in der Schweiz gesetzlich geregelt: Das Arbeitsgesetz verpflichtet Unternehmen zur Dokumentation von Arbeitszeiten – mit wenigen Ausnahmen.
  • KMU profitieren von digitaler Zeiterfassung: Moderne KMU-Softwarelösungen sparen Zeit, reduzieren Fehler und erleichtern die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.
  • Excel reicht oft nicht mehr aus: Arbeitszeiterfassung mit Excel ist zwar möglich, stößt aber schnell an Grenzen bei Compliance und Effizienz.
  • Online Tools sind die Zukunft: Zeiterfassung Online Systeme bieten automatische Auswertungen, mobile Nutzung und rechtssichere Dokumentation.

Arbeitszeiterfassung in der Schweiz: Was schreibt das Gesetz vor?

Die Arbeitszeiterfassung ist gesetzlich streng geregelt – hauptsächlich durch das Arbeitsgesetz (ArG) und die dazugehörigen Verordnungen.

In der Schweiz ist die Arbeitszeiterfassung für fast alle Arbeitnehmenden zwingend vorgeschrieben. Arbeitgebende sind verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden zu dokumentieren.

Dazu gehören insbesondere:

  • Beginn und Ende der Arbeitszeit
  • Pausen und Ruhezeiten
  • Überstunden und Überzeit

Das Gesetz schreibt dabei kein konkretes Tool für die Arbeitszeiterfassung vor – entscheidend ist der Umfang und die Nachvollziehbarkeit der erfassten Daten.

Wichtig: Auch bei flexiblen Arbeitsmodellen wie Homeoffice oder Vertrauensarbeitszeit bleibt die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung grundsätzlich bestehen. Wer zusätzlich Standorte oder Teams in Deutschland betreut, findet hier einen Überblick zur Zeiterfassungspflicht in Deutschland

Aufzeichnungen der Arbeitszeiterfassung müssen für Kontrollen mindestens fünf Jahre lang aufbewahrt werden.

Das Arbeitsgesetz im Detail: Arbeitszeiten, Ruhezeiten & Überstunden

Neben der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung definiert das Arbeitsgesetz in der Schweiz klare Rahmenbedingungen:

Wöchentliche Höchstarbeitszeit

Die wöchentliche Höchstarbeitszeit beträgt 45 Stunden für Büroangestellte und 50 Stunden für andere Arbeitnehmende, wobei in bestimmten Fällen eine Verlängerung um bis zu vier Stunden möglich ist, sofern dies im Jahresdurchschnitt nicht überschritten wird.

Tägliche Ruhezeit

Mindestens 11 aufeinanderfolgende Stunden, einmal pro Woche auf 8 Stunden reduzierbar (bei Einhaltung des Durchschnitts über zwei Wochen).

Sonntagsarbeit

Grundsätzlich verboten – Ausnahmen bestehen nur mit Bewilligung oder für bestimmte Branchen.

Überstundenregelung

In der Regel maximal 2 Stunden pro Tag und mit einem Lohnzuschlag von mindestens 25 % zu vergüten, sofern kein Freizeitausgleich erfolgt.

Wie Überstunden in der Praxis korrekt berechnet, dokumentiert und abgegolten werden, erfahren Sie im Detail in unserem Blogpost zur Überstundenregelung in der Schweiz.

Arbeitszeiten nach Tageszeit

Tagesarbeit: 6–20 Uhr
Abendarbeit: 20–23 Uhr (bewilligungsfrei bei Zustimmung der Arbeitnehmervertretung)

Diese Regelungen zeigen: Eine saubere Zeiterfassung ist essenziell, um gesetzliche Vorgaben einzuhalten.

Infografik Checkliste Arbeitszeitgesetz Schweiz mit Arbeitszeiten, Ruhezeiten, Überstunden und gesetzlichen Vorgaben zur Arbeitszeiterfassung

Datenschutz & Rechte der Mitarbeitenden

Die erfassten Daten unterliegen dem Datenschutz. Mitarbeitende haben das Recht, jederzeit Einsicht in ihre Arbeitszeitaufzeichnungen zu erhalten.

Für Unternehmen bedeutet das:

  • Transparente Dokumentation
  • Sichere Speicherung der Daten
  • Nachvollziehbare Auswertungen

Gerade hier stoßen manuelle Lösungen wie Excel-Zeiterfassung schnell an Grenzen.

Ausnahmen im Arbeitsgesetz der Schweiz

Nicht alle Mitarbeitenden müssen ihre Arbeitszeit vollständig erfassen. Das Arbeitsgesetz kennt zwei zentrale Ausnahmen:

  • Vereinfachte Zeiterfassung: Nur die tägliche Arbeitszeit wird erfasst (ohne detaillierte Angaben zu Beginn/Ende).
  • Verzicht auf Zeiterfassung: Nur möglich bei hohem Einkommen und großer Autonomie (z. B. Kaderpositionen).

Diese Ausnahmen sind jedoch streng geregelt und erfordern oft eine schriftliche Vereinbarung.

Für wen gelten die Ausnahmen?

Typische Voraussetzungen:

  • Jahreslohn über einer bestimmten Schwelle (z. B. >120’000 CHF als Richtwert)
  • Hohe Entscheidungsfreiheit
  • Individuelle Vereinbarung oder Gesamtarbeitsvertrag

Für KMU ist wichtig: Die meisten Mitarbeitenden fallen nicht unter diese Ausnahmen.

Extra Tipp
Viele Unternehmen unterschätzen die Anforderungen des Arbeitsgesetzes. Eine digitale Lösung zur Zeiterfassung hilft Ihnen dabei, automatisch alle gesetzlich relevanten Daten korrekt zu dokumentieren und jederzeit nachweisen zu können.

Lösungen zur Arbeitszeiterfassung in der Schweiz

Ein effektives System zur Zeiterfassung sollte einfach zu bedienen sein, um sicherzustellen, dass Mitarbeitende ihre Arbeitszeiten regelmäßig und genau erfassen.

Die Methoden zur Zeiterfassung variieren stark je nach Unternehmensgröße und Branche. In der Schweiz sind cloudbasierte Zeiterfassungssysteme die am weitesten verbreiteten Methoden zur Arbeitszeiterfassung. Sie bieten Unternehmen Flexibilität und ermöglichen den Zugriff von überall.

Cloudbasierte Zeiterfassungslösungen bieten weiters den Vorteil, dass sie keine speziellen Anforderungen an die IT-Infrastruktur eines Unternehmens stellen und einfach implementiert werden können.

Gleichzeitig gewinnen automatische Zeiterfassungssysteme zunehmend an Bedeutung. Sie steigern die Effizienz und minimieren Fehlerquellen, indem sie Prozesse automatisieren.

Ein entscheidender Faktor ist die Integration:

Die Integration von Zeiterfassungssystemen mit anderen Softwarelösungen, wie ERP oder Projektmanagement-Tools, ist entscheidend für die Optimierung von Geschäftsprozessen.

  • Verknüpfung mit ERP-Systemen
  • Anbindung an Projektmanagement-Tools
  • Integration in HR- und Lohnsysteme

Arbeitszeiterfassung Excel vs. Software: Was ist besser?

Viele Unternehmen starten mit Arbeitszeiterfassung Excel – doch langfristig entstehen dabei oft Probleme.

Arbeitszeiterfassung Excel

  • Manuelle Eingaben
  • Fehleranfällig
  • Keine automatische Auswertung
  • Schwierige Einhaltung gesetzlicher Anforderungen

Zeiterfassung Online Software

  • Automatische Berechnungen
  • Mobile Nutzung (App, Browser)
  • Gesetzeskonforme Dokumentation
  • Integration mit Lohnabrechnung & HR

Für digitale Lösungen für KMU gilt: Sie sind skalierbar, sparen Zeit und reduzieren rechtliche Risiken. Besonders für Unternehmen mit grenzüberschreitenden Teams oder zusätzlichen Beschäftigungsformen lohnt sich ein Blick auf die Aufzeichnungspflicht bei Minijobs, um Dokumentationsanforderungen außerhalb der Schweiz besser einordnen zu können.

Abrechenbare Stunden & Effizienz steigern

Für Dienstleistungsunternehmen ist die Erfassung abrechenbarer Stunden besonders wichtig, da sie eng mit Umsatz und Rentabilität zusammenhängt. Gleichzeitig profitieren auch andere KMU von einer strukturierten Zeiterfassung, weil sie Transparenz schafft und administrative Prozesse vereinfacht.

Ein effektives System zur Zeiterfassung sollte:

  • Einfach zu bedienen sein
  • Regelmäßige und genaue Erfassung ermöglichen
  • Automatisierte Auswertungen liefern

Die Automatisierung der Zeiterfassung spart Zeit und unterstützt Unternehmen dabei, Arbeitszeiten und Projekte effizienter auszuwerten.

Vorteile moderner Zeiterfassung Online für KMU

Digitale Tools bieten gerade kleinen und mittleren Unternehmen entscheidende Vorteile:

  • Zeitersparnis: Automatisierte Prozesse statt manueller Excel-Tabellen
  • Transparenz: Echtzeit-Einblicke in Arbeitszeiten und Überstunden
  • Rechtssicherheit: Einhaltung des Schweizer Arbeitsgesetzes
  • Flexibilität: Mobile Nutzung für Homeoffice und unterwegs
  • Skalierbarkeit: Wächst mit Ihrem Unternehmen

Zusätzlich ermöglichen viele Systeme:

  • Projektzeiterfassung
  • Abwesenheitsmanagement
  • Schnittstellen zu Lohn- und HR-Systemen

Das macht digitale Zeiterfassung zur langfristig besseren Lösung gegenüber Excel.

So wählen Sie die richtige Software für Ihr KMU

Bei der Auswahl einer passenden Software KMU Lösung sollten Sie auf folgende Kriterien achten:

  • Gesetzeskonformität (Arbeitsgesetz der Schweiz)
  • Einfache Bedienung für Mitarbeitende
  • Mobile Nutzung (App)
  • Automatische Reports & Auswertungen
  • Datenschutz & Hosting in Europa/CH

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Software sollte sich einfach in bestehende Systeme integrieren lassen.

Infografik Zeiterfassung Software für KMU mit Anforderungen wie Gesetzeskonformität, mobile Nutzung, Integration, Automatisierung und Datenschutz

FAQs

Ist Zeiterfassung in der Schweiz Pflicht?

Ja, grundsätzlich müssen Arbeitgebende die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeitenden dokumentieren – mit wenigen gesetzlich geregelten Ausnahmen.

Was verlangt das Arbeitsgesetz konkret?

Es verlangt die Dokumentation von Arbeitsbeginn, -ende, Pausen sowie Überstunden und Ruhezeiten.

Welche Höchstarbeitszeiten gelten in der Schweiz?

45 Stunden pro Woche für Büroangestellte und 50 Stunden für andere Arbeitnehmende.

Reicht eine Zeiterfassung Excel Lösung aus?

Theoretisch ja, praktisch jedoch oft nicht. Excel ist fehleranfällig und erschwert die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.

Welche Vorteile bietet Zeiterfassung Online?

Sie automatisiert Prozesse, reduziert Fehler und sorgt für rechtssichere Dokumentation.

Warum sind abrechenbare Stunden wichtig?

Sie sind entscheidend für die Rentabilität von Dienstleistungsunternehmen.

Weitere nützliche Quellen

Überstunden in der Schweiz im Detail verstehen

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Dieser Blogbeitrag wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, stellt jedoch keine rechtsverbindliche Auskunft dar.

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