Haben wir nicht oft das Gefühl, wenn wir im Job die geforderte Leistung bringen, dass das Privatleben zu kurz kommt? Und wenn wir Familie und Freizeit die gewünschte Zeit einräumen, dass wir beruflich nicht weiter kommen? Diese Diskrepanz stellt uns oft vor eine Herausforderung, der Wunsch nach einer Work-Life-Balance bzw. einem Achtstundentag scheint uns utopisch.

Ist die Work-Life-Balance tatsächlich eine echte Herausforderung? Laut EU-Studien liegt die vereinbarte Wochenarbeitszeit bei durchschnittlich 37,7 Stunden. Tatsächlich arbeiteten die Deutschen im Jahr 2013 aber deutlich mehr und kamen auf rund 42 Wochenarbeitsstunden bei Vollzeitbeschäftigung laut Eruopäischer Statistikbehörde Eurostat (vgl. Handelsblatt.com). Demgegenüber steht die Einstellung und Arbeitsatmosphäre bspw. in Norwegen. Obwohl sich die gesetzlichen Vorgaben dort nicht viel von den Deutschen unterscheiden, beträgt die wöchentliche Arbeitszeit 40 Stunden und mehr wird auch nicht gearbeitet. Der Mittagspause am Arbeitsplatz räumen die Norweger eher weniger Bedeutung zu als die Deutschen. Aber ab und an kommt es zu einem kurzen Bad im Fjord. Statt dessen beendet man pünktlich seine Arbeit, um rechtzeitig um ca. 17 Uhr oder 17:30 Uhr gemeinsam mit der Familie zu essen (vgl. Handelsblatt.com).

Ihre optimale Work-Life-Balance liegt in Ihren Händen: Setzen Sie sich realistisch private und berufliche Ziele. Wo wollen Sie im Leben hin? Was haben Sie für Erwartungen bezüglich Geld, Selbstverwirklichung, Kinder und Freizeit? Versuchen Sie nicht über obligatorische Verpflichtungen nachzudenken, sondern darüber, was für Sie in Zukunft wichtig ist. Opfern Sie nicht alles, was ihnen wirklich wichtig ist und lernen Sie, Ihre Zeit dementsprechend einzuteilen, anstatt frustriert darauf zu hoffen, dass der Tag irgendwann mehr als 24 Stunden hat! Die verlorene Zeit ist wie verpfändetes Glück, wenn Sie sie gegenwärtig nicht richtig genießen können.

Wie Sie Beruf und Familie erfolgreich unter einen Hut bringen können

  • Überlegen Sie sich genau, wie Sie Ihre Zeit nutzen. Fragen Sie sich öfter, wo ihre Zeit geblieben ist? Ist die Zeit so schnell verstrichen, dass sie das Gefühl haben nicht zu den eigentlich wichtigen Dingen gekommen zu sein? Dann machen Sie sich eine Liste über Ihre wichtigsten Aktivitäten im Terminkalender und protokollieren Sie, was Sie tun. Dadurch wird Ihnen leichter bewusst, wo die Zeit geblieben ist und wie Sie Ihr Zeitmanagement verbessern wollen.
  • Einteilung der Arbeitsstunden: Überlegen Sie sich, wie viel Sie arbeiten wollen oder können. Müssen 40 Stunden pro Woche sein oder können Sie bspw. auf 35 Stunden reduzieren? Oder gibt es die Möglichkeit Ihre Arbeitszeiten komprimiert auf vier Tage pro Woche zu verteilen? So werden Sie am Ende jeder Woche mit einem langen Wochenende belohnt, das Sie mit Ihrer Familie oder Freunden verbringen können.
  • Achten Sie auf einen geregelten Feierabend: Überstunden sind zwar lobenswert, aber auf Dauer belastend für Sie persönlich und insbesondere dann, wenn Sie auch private Verpflichtungen wie Familie haben.
  • Lassen Sie sich Ihre Zeit nicht von externen Einflüssen diktieren. Es wird immer Fälle geben, in denen jemand Anspruch auf ihre Zeit erhebt. Z. B. möchte jemand mit Ihnen eine ausgedehnte Mittagspause verbringen oder es wird von ihnen erwartet, dass Sie dieses Projekt noch am selben Tag beenden und dadurch Überstunden machen müssen. Räumen Sie anderen nicht das Recht ein, Ihnen Ihre wertvolle Zeit zu nehmen und sagen Sie Nein. Nur so kann genügend Zeit für Ihre wichtigsten Dinge bleiben.
  • Verbringen Sie mit Ihrer Familie und Freunden genügend Zeit. Es kann oft weniger dringend erscheinen mit Freunden den Abend zu verbringen, mit der Familie ein Event zu besuchen oder die Eltern anzurufen vor lauter Terminen und beruflichen Verpflichtungen. Wenn Sie den Menschen, die Sie lieben, keine Pioritäten einräumen, kann es passieren, dass sich die Bindung allmählich auflöst. Gerade solche Bezugspersonen bieten Rückhalt und Unterstützung in schwierigen Zeiten und bereichern das Leben in glücklichen Momenten. Solche Aktivitäten sollten ebenso gewissenhaft in den Terminkalender eingetragen werden wie jede andere Verpflichtung.
  • Machen Sie echten Urlaub. Bestenfalls verzichten Sie auf Laptop, Internet oder Smartphone. Planen Sie Ihren Urlaub frühzeitig, weil sonst findet sich niemals ein günstiger Zeitpunkt für Ihren Urlaub. Sie werden das Gefühl haben auf der Arbeit unentbehrlich zu sein. Auch wenn Sie sich dadurch sehr wertgeschätzt fühlen, Ihre Energiereserven müssen aufgefüllt werden, sonst können Sie über kurz oder lang keine Bestleistungen mehr vollbringen.
  • Investieren Sie in Ihre Zeit. Sparen Sie sich wertvolle Stunden, indem Sie ein wenig mehr Geld ausgeben. Wohnen Sie bspw. näher an Ihrem Arbeitsplatz, sparen Sie sich die Fahrtzeit. Dafür können Sie mehr Zeit in Aktivitäten investieren, die Ihnen wichtig sind. Oder lassen Sie sich ab und zu Ihre Lebensmittel nach Hause liefern, anstatt alles selbst zu erledigen.
  • Achten Sie auf Ihre Gesundheit. Gesunde Ernährung, genug Schlaf und regelmäßige Bewegung sorgen für mehr Zufriedenheit im Alltag. Nehmen Sie sich Zeit für eine gesunde Lebensweise, denn das kann sich später enorm bezahlt machen.
  • Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und zum Nachdenken, insbesondere dann, wenn man stark eingespannt ist, beruflich wie privat, verliert man sich oft selbst aus dem Auge. Nehmen Sie sich bewusst Zeit zum Nachdenken bspw. bei einem Spaziergang. Denken Sie darüber nach, was für Sie im Leben  wirklich wichtig ist, wer Sie sind und was Sie machen wollen. Damit Sie in 30 Jahren zufrieden  darauf zurückblicken können, wie Sie Ihre Zeit genutzt haben.

Haben Sie noch weitere Vorschläge oder Erfahrungen für eine erfolgreiche Work-Life-Balance? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!